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Venusberger hält Herolder Kirche seit 40 Jahren als Kantor die Treue

Ein Freie Presse Artikel von Thomas Lesch vom 9. März über unseren langjährigen und engagierten Kantor Stefan Kümmel.

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Zu sehen ist Stefan Kümmel in der Kirche zum Heiligen Kreuz selten - aber immer zu hören. Zu spät zum Dienst gekommen ist er in all den Jahren nie, wie der 70-Jährige sagt. Dafür nimmt er sogar einen nächtlichen Fußmarsch in Kauf.

 Herold. Auch wenn er meist auf der Empore der Herolder Kirche gar nicht sichtbar ist, so ist der Kantor mit Musikstücken an Orgel und Klavier um so mehr zu hören. Die Rede ist von Stefan Kümmel, der seit 40 Jahren das Amt in der Kirchenmusik in der evangelisch-lutherischen Kirche zum Heiligen Kreuz begleitet. Für sein unermüdliches Wirken wurde Kümmel am Sonntag im Gottesdienst von Pfarrerin Mechthild Glöckner von der Empore nach vorn in den Altarraum gerufen und geehrt. Außerdem wurde ein Sketch über ihn in erzgebirgischer Mundart aufgeführt. Im November vergangenen Jahres hatte der Kantor, der in Venusberg wohnt, bereits ein Jubiläum begangen, seinen 70. Geburtstag.

Der gebürtige Herolder hat nie eine richtige Kantorenausbildung absolviert, sondern sich das Klavier-und Orgelspiel mehr oder weniger selbst beigebracht. Einige Leute aus der Kirchgemeinde und im Ort unterstützten und ermutigten ihn dabei. "Begonnen hatte alles im Kindesalter mit etwa zehn Jahren. Max Deckert, ein freischaffender Musiker, ging von Haus zu Haus, um mit Familien zu musizieren", erinnert sich Stefan Kümmel. Und bei dieser Art Hausmusik, wie sie damals üblich war, ließ sich der damalige Schüler vom Klavierspiel inspirieren. Sein weiteres Hobby - die Ölmalerei - fiel dem zum Opfer. Er konzentrierte sich voll auf die Musik. Zwischenzeitlich ging Kümmel ein Jahr in den Unterricht nach Gelenau und nahm später an einer Weiterbildung für Kirchenmusik in Dresden teil.

Als junger Mann wurde Kümmel durch Kantor und Schullehrer Emil Reuter und den Kantorkatecheten Helmut Loose weiter gefördert, sodass er immer besser das Spiel auf der Herolder Orgel des Baumeisters Carl Eduard Schubert beherrschte. "Wenn man die Lieder hundertmal gehört und gespielt hat, dann prägt sich das ein", ist Kümmel überzeugt. Und geübt hat er fleißig, "im Winter sogar manchmal mit Handschuhen an der Orgel".

Und es habe sich bei ihm eine Leidenschaft für die Königin der Instrumente entwickelt. "Die Fülle und die Wuchtigkeit, Beherrschung der Tasten und das Spiel mit den Füßen begeistern mich", so Kümmel. Fast zeitgleich mit dem Beginn seines Kantorendienstes im März 1982 unter Pfarrer Ulrich Eichler übernahm er den Herolder Kirchenchor, der zeitweise bis zu 15 Sangesfreudige umfasste. "Derzeit ist der Chor geschrumpft, es sind nicht mehr alle Stimmen besetzt", bedauert Stefan Kümmel.

Neben den Gottesdiensten und Kirchenfesten spielt Stefan Kümmel auch bei Beerdigungen Klavier und Orgel. "Zu DDR-Zeiten war das gar nicht so einfach. Zwei bis drei Bestattungen fanden in der Woche statt. Da musste ich von Arbeit weg zum Friedhof. Die entgangene Zeit im Betrieb hatte ich nachzuarbeiten", erzählt der einstige Betriebsschlosser der Feinspinnerei in Venusberg.

Doch auf Stefan Kümmel, der in seiner Zeit als Kirchenmusiker bereits neun verantwortliche Pfarrerinnen und Pfarrer in Herold erlebte, war und ist bis heute stets Verlass. "Ich bin noch nie zu spät zum Kirchendienst gekommen", erzählt der Vater einer Tochter schon etwas stolz. So ist es einmal zu Weihnachten geschehen, dass er wegen erheblichen Schneefalls um halb drei Uhr nachts zu Fuß von Venusberg nach Herold laufen musste. Doch Kümmel war an der Orgel zur Stelle, die Christmette konnte pünktlich beginnen.

Der Venusberger, der große Unterstützung von seiner Frau Veronika für die Musik erhält, spielte zudem in der Annaberger Annenkirche im Altarraum sowie in den Nachbarorten von Herold die Orgeln oder begleitete größere Aufführungen mit dem Chor des Thumer Gymnasiums.

 2022 Stefan Kuemmel

Foto: Thomas Lesch

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