An(ge)dacht zum Monatsspruch Juli 2022

Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.“ Ps. 42,3 (Wochenspruch für Juli)

 Wir sind nicht nur aus Fleisch und Blut. Der Mensch ist nicht allein die Gesamtheit seiner Zellen. Der Mensch ist ein seelisches Wesen. Er ist eine Seele, die auf den lebendigen Gott hin geschaffen wurde. Wer sich diesem Geheimnis öffnet, dem fällt das Wunder auf, das gerade unsere Seele uns selbst verweist. Blaise Pascal (* 19. Juni 1623 in Clermont-Ferrand; † 19. August 1662 in Paris) schrieb über dieses Geheimnis: „Der Mensch ist sich selbst der seltsamste Gegenstand der Schöpfung, denn er kann nicht erfassen, was körperlich ist, und noch weniger, was Geist ist, und weniger als irgend etwas anderes, wie ein Körper mit einem Geist vereinigt sein kann.“

Es entspricht unserem Wesen, dem Leib etwas Gutes zu tun, damit die Seele Lust hat darin zu wohnen. Was können wir unserer Seele anbieten? Nun stehen wir wieder vor den Sommermonaten. Für viele ist der Urlaub solch ein Aufbruch hin zu den Quellen der Erquickung. Wer sehnt sich nicht nach dieser besondere Zeit, um den Kopf von den alltäglichen Dingen frei zu bekommen? Wer von uns kennt keinen besonderen Ort für sich, um seine Seele baumeln zulassen? Doch wohin wir auch reisen oder wie viel Zeit uns dafür zur Verfügung steht, kein noch so besonderer Ort und keine noch so wunderbare Zeit in dieser Welt kann unsere Seele so erfüllen, wie die Begegnung mit dem lebendigen Gott. Wer seiner Seele die Begegnung mit dem lebendigen Gott gönnt, findet zu ihrem Geheimnis und zum Grund und Sinn der eigenen Existenz. „Meine Seele erhebt den Herrn und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes.“ (Luk. 1,46.47) jubelt Maria, erfüllt vom Heiligen Geist und mit Jesus Christus in ihrem Leibe. Diese Einheit mit dem Schöpfer bringt uns die Freude, der Erquickung, den Trost, die Liebe und die Lebendigkeit, die in uns zur Quelle wird, die ins ewige Leben fließt (vgl. Joh. 4,14).

Wir finden diesen Ort und diese Zeit der Gnade im Hören auf Gottes Wort und im gläubigen Empfang des Leibes und Blutes Jesu Christi im Sakrament des Altars. Was für ein Geschenk sind da Rüstzeiten und Einkehrtage! Bitten wir um eine solche Erfahrung der Gnade für unsere Konfirmanden! Ich wünsche Ihnen frohe und gesegnete Ferientage gefüllt mit allem, was ihre Seele braucht! Ihr Pfarrer Falk Klemm